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between form and image - Zugänge zur Form und Fotografie

Das 20gerhaus Ried startet in die neue Ausstellungssaison mit einer spannenden Doppelausstellung. Die ungewöhnliche Kombination von Fotografie und Skulptur wird in der Ausstellung „between form and image – Zugänge zur Form und Fotografie“ der KünstlerInnen Andreas Sagmeister und Violetta Wakolbinger gezeigt. Beide sind AbsolventInnen der Kunstuniversität Linz.

Während Sagmeister mit zwei seiner Metallskulpturen dem Publikum einen konkreten, greifbaren Zugang zur Kunst bietet, spielt Wakolbinger in ihren Arbeiten mit Scheinwelten. Das Publikum muss sich hier seine „Sicht der Dinge“ erst erarbeiten. Beiden ist die Eigenständigkeit des Publikums in der Auseinandersetzung mit ihren Werken wichtig und vorrangig. Dieser Anspruch verbindet.

Andreas Sagmeister

- im Innviertel und darüber hinaus bestens bekannt v.a. für seine, oft monolithisch anmutenden Stahlplastiken. 2017 präsentierte er im Kontext der Biennale Venedig eine seiner Arbeiten im Palazzo Mora/Venedig.
Die Form in ihrer ganzen Klarheit ist ein Merkmal im künstlerischen Werk von Sagmeister. Seine Arbeiten haben eine klar definierte formale Gestaltung und verfügen über eine formale Eigenständigkeit, die das Publikum aber nicht ausschließt. Man nimmt ein selbständiges Gebilde wahr, etwas Vertrautes und doch zugleich etwas Befremdliches. Diese „Selbstständigkeit der Form“ ermöglicht es dem Künstler auch in unterschiedlichen Zusammenhängen zu arbeiten. Seine Werke funktionieren als Kleinskulpturen am Körper, also als Schmuckgebilde ebenso, wie als großformatige Formen im öffentlichen Raum, ob im direkten Zusammenhang mit Architektur oder eingebunden in vorhandene Natursituationen.

Materialentscheidungen sind für Sagmeister von größter Bedeutung - Form und Material zusammen sind das Werkstück. Die Form ist aus dem Material und mit dem Material entwickelt. Das Werk nimmt eine konkrete eigenständige Position in einer Welt permanenter Neugestaltung von Objekten und umfassender Wachstumsbewegungen ein. Dadurch wirken die Plastiken wie Ruhezonen für das Auge. Im 20gerhaus wird Andreas Sagmeister zwei seiner einprägsamen Stahlplastiken zeigen.

Violetta Wakolbinger

ist Fotografin, freischaffende Künstlerin und Filmemacherin mit den Schwerpunkten audiovisuelle Medien und Installation. Sie lebt und arbeitet in Linz. Ihr Interesse entfaltet sich anhand der narrativen Strukturen von Motiv und Material. Ihre Arbeit bündelt Licht, Ton und Raum zu Einheiten konzeptueller Vielfalt.

Im 20gerhaus wird sie zwei unterschiedliche Arbeiten zeigen. Die Installation „Immersion“ thematisiert auf ästhetische Weise das Eintauchen in eine künstliche Welt. Immersion beschreibt den Effekt, den virtuelle oder fiktionale Welten auf den Betrachter/die Betrachterin haben: Die Wahrnehmung in der realen Welt vermindert sich und der Betrachter identifiziert sich zunehmend mit der fiktiven Welt, er taucht sozusagen komplett in die Scheinwelt ein.
Wakolbinger behandelt künstlerisch die Frage, inwieweit uns eine fotografische Aufnahme dem/der BetrachterIn dieses Eintauchen in künstliche Welten erlaubt. Zusätzlich experimentiert sie mit Eingriffen im fotografischen Bild, die dem/der RezipientIn den Eindruck vermitteln, sich mitten im Bild zu befinden.
Die Eigenständigkeit des Publikums, indem es selbst die Entscheidung treffen kann, von wo aus es das Bild als reizvoll und spannend empfindet, ist das Ziel der künstlerischen Intervention. Die Selbstbestimmung in der Wahl der Blickperspektive und der Eintritt des Zuschauers/der Zuschauerin in den Bildraum erweisen sich als zwei Strategien, die in der Installation „Immersion – betreten auf eigene Gefahr“ angewendet und untersucht werden.

Die zweite Arbeit, die Fotoserie „Layer“ aus 2017 befasst sich mit der Konstruktion von Bildräumen. Im Entstehungsprozess dieser Serie werden Fotografien die zu unterschiedlichen Zeitpunkten und an verschieden Orten aufgenommen, dekonstruiert und zu einem neuen Bild komponiert. Ausgewählte Bildfragmente und einzelne Elemente werden aus bestehenden Aufnahmen herausgeholt und erneut in einer neuen Bildkomposition eingesetzt.

Auf der Bezeichnung „virtuallis“ basierend, welche eine mögliche Wirklichkeit, oder eine von mehreren möglichen Optionen beschreibt, werden mehrere Bildkombinationen kreiert. Oberflächen aus Fotografien als Abschnitt des Raumes und der Zeit werden festgelegt, deren Austauschbarkeit die Schnittstelle zwischen Realität und Fiktion aufzeigt. Die Virtualität fungiert also weder als Phantasie oder Illusion, sondern man könnte von einem Bildraum als Bühne sprechen, die eine Vielzahl von Virtualitäten beinhaltet und in dem der dokumentarische Aspekt der Fotografie hinterfragt wird.

Ausstellung

atelier20gerhaus
bahnhofstraße 20, 4910 ried im innkreis
Vernissage | DO 6. September 2018, 20 Uhr
Ausstellungsdauer | 7. – 29. September 2018

20gerhaus - 20gerhaus

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