PRAXISTEST: 5 Bilder – 5 Ausarbeitungsvarianten

Fotodruck auf Hartschaum, Acrylglas, Aludibond, Leinwand und Image Gallery Print

Im Zeitalter der digitalen Fotografie entstehen Bilder beinahe schon in inflationärem Ausmaß und die meisten davon fristen Ihr Dasein auf Festplatten oder USB-Sticks und werden gerade mal zu feierlichen Anlässen ausgegraben und bestenfalls am TV, Monitor oder Tablet präsentiert. Bedauerlich, denn ein Bild kommt erst so richtig gut zur Geltung, wenn es in ansprechender Größe an der Wand hängt.
Fotobuch und Co bei Onlinefotoservice – powered by CEWE hat uns die Möglichkeit eingeräumt, 5 Produkte zu testen – wir haben uns für Fotodruck auf Hartschaum, Acrylglas, Aludibond, Leinwand und Gallery Print entschieden. Zunächst haben wir die Bestellsoftware (Vers. 6.2.1) installiert – es ist aber natürlich ebenso möglich, die Bilder online via Browser zu bestellen. Die Software ist leicht verständlich, intuitiv bedienbar und bietet viele Optionen an, unter anderem eine automatische Bildoptimierung, die die Bilder hinsichtlich verschiedener Parameter wie Farbe, Helligkeit, Kontrast, etc. anpasst. Bei Verwendung dieser Option, gibt man allerdings die exakte Steuerung der Bildwirkung aus der Hand.
Die Lieferung der Bilder erfolgte prompt innerhalb der angegebenen Lieferzeit, die Verpackung und der Schutz der Bilder durch blaue Eckenschoner war vorbildlich. Darüber hinaus sind die empfindlichen Oberflächen bei Acrylglas und Gallery Print durch eine abziehbare Folie geschützt.

Hartschaum & Aludibond


Die Bilder werden im Direktdruckverfahren produziert – das lässt die Bilder seidenmatt mit einem Perlmutteffekt erscheinen. Unter dem Fadenzähler erkennt man kleine, erhabene Druckpunkte, die für diesen Effekt verantwortlich zeichnen. Mit dem Beleuchtungswinkel verstärken/verringern sich Kontrast – es kommt aber zu keinen Spiegelungseffekten wie bei Acrylglas. Die Hartschaumplatte ist ein weißer, formstabiler, 5 mm dicker, aber sehr leichter Kunststoff – gegenüber Aludibond neigt dieser etwas mehr zu Verwindung. Die Aludibondplatte selbst ist eine sehr harte, schwarze Kunststoffplatte, die auf beiden Seiten mit einer dünnen Schicht Aluminium kaschiert ist.

Bildeindruck


Die Detailauflösung des Drucks ist bestechend – feine Strukturen werden perfekt wiedergeben, Farbsäume sind so gut wie keine erkennbar. Gegenüber unserem kalibrierten Monitor sind minimale Farbverschiebungen erkennbar, wobei diese naturgemäß vom bedruckten Material abhängig sind und sich somit vorwiegend in den weißen Bildanteilen (Wolken) wiederspiegeln. Der Druck auf Aludibond vermittelt einen etwas wärmen Ton – das heißt, das Bildweiß tendiert geringfügig mehr zu Gelb, während das Weiß auf der Hartschaumplatte etwas neutraler wirkt. Die Zeichnung in den Schatten (Baumstamm) ist ausgezeichnet – auf Aludibond wirkt sie noch etwas akkurater.

Acrylglas & Gallery Print


Beide Drucke zeichnen sich durch eine hochglänzende Fläche aus, die einen brillanten Eindruck vermitteln. Das Bild auf Acrylglas wird hinterdruckt und mit einer weißen Farbschicht überzogen. Diese Farbschicht ist transluzent – das heißt sie ist nicht zu hundert Prozent deckend. In hellen Bereichen (Wolken) könnte man Dinge, die unmittelbar hinter dem Bild liegen, erkennen. Diesen Umstand sollte man berücksichtigen, wenn man das Bild aufhängt – eine weiße Wand wird keinen Unterschied machen, eine knallgelbe Wand könnte allerdings minimalste Farbverschiebungen in hellen Bildbereichen ergeben (Mitteltöne und Tiefen bleiben davon unberührt). Der Gallery Print ist das Beste aus zwei Welten: ein Sandwich aus Aludibond mit einer Acrylglaskaschierung – der daraus entstehende haptische Eindruck ist höchstwertig.

Bildeindruck


Auch bei diesen beiden Produkten ist die Detailauflösung des Drucks hervorragend – feine Strukturen werden perfekt wiedergeben, Farbsäume sind keine erkennbar. Der Gallery Print vermittelt einen geringfügig wärmeren Bildeindruck in den weißen Wolken im Vergleich zum Druck hinter Acrylglas. Gegenüber dem Druck auf Hartschaum/Aludibond bestechen diese beiden Produkte mit wesentlich höheren Kontrasten und Farbbrillanz, was naturgemäß dem Acrylglas geschuldet ist. Vergessen darf man allerdings nicht, dass Acrylglas – wie jede glänzende Flache – zu mehr Spiegelungen neigt. Das sollte man natürlich, bei der Wahl des Ortes, wo man sein Bild aufhängen möchte, bzw. wie man es beleuchten möchte, berücksichtigen.

Leinwand


Die Leinwand nimmt hier im Vergleich zu den anderen 4 Produkten gewissermaßen eine Sonderstellung ein. Bereits beim Erstellen des Bildes muss man berücksichtigen, dass ca. 2 cm auf allen Seiten umgeschlagen werden – ist das Bild bereits knapp beschnitten könnten bildwichtige Teile womöglich umgeschlagen werden. Die Leinwand wurde mit Holzkeilen geliefert um sie gegebenenfalls nachspannen zu können

Bildeindruck


Das Medium Leinwand ist strukturiert – damit verbunden ist es natürlich nicht möglich die gleiche feine Detailwiedergabe zu erzielen wie bei den anderen Produkten. Die Farben verlaufen auf diesem Medium auch etwas mehr, was zu geringen Farbsäumen führt und sich daher in einer geringen Schärfe von Details widerspiegelt. Das Weiß der Leinwand ist sehr neutral – Farbstiche sind keine zu erkennen. Die Farben sind sehr brillant – die Schatten laufen allerdings deutlich mehr zu als bei den 4 anderen Produkten.

Fazit:


In allen 5 getesteten Fällen ist die visuelle Farbwiedergabe gegenüber unserem kalibrierten Monitor hervorragend – geringfügige Farbabweichungen sind lediglich in den hellen Bildbereich zu erkennen und dem jeweiligen Medium geschuldet. Für welches Produkt man sich entscheidet, hängt letztlich von persönlichen Vorlieben ab - empfehlen können wir hier jedes Produkt vorbehaltlos. Lediglich bei der Leinwand ist wohl darauf Rücksicht zu nehmen, das feinste Details nicht genauso akkurat aufgelöst werden wie bei den anderen Produkten.

Kommentare 0

    Um unsere Inhalte kommentieren zu können, musst Du auf fotografie.at registriert sein.