Was bedeutet "sweetspot"

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    • Was bedeutet "sweetspot"

      Hi Folks,

      natürlich brauche ich keine Übersetzung für den Begriff ansich, da er lediglich bezeichnet, bei welcher Blendenzahl ein Objektiv seine grösste Schärfe erreicht.

      Bei meinen 18-70 und 70-300 Nikkoren soll dieser "sweetspot" bei f/8 liegen - soweit so klar.

      Aber bedeutet dies dann auch, dass man immer am besten mit f/8 im Av-Modus arbeiten sollte oder wie ist dies zu verstehen ?

      Besten Dank für Euere zahlreichen Tips
    • RE: Was bedeutet "sweetspot"

      Der Sweetspot ist simpel gesagt jene Blende, bei der ein Objektiv seine beste Schärfe und besten Kontrast erreicht. Weiteres Abblenden bringt in der Regel keine Verbesserung der Bildqualität, beim Aufblenden verschlechtert sich die Bildqualität. Gute Optiken haben den Sweetspot im Bereich von 4-5,6, Ausnahmeobjektive (z.B. Leica, Apo-Rodagon, Carl Zeiss f. Hasselblad) haben ihn bereits bei offener Blende, d.h. sie erreichen ihre maximale Leistung bereits bei offener Blende und die Leistung bleibt über den gesamten Blendenbereich konstant. Aus diesem Grund sind Objektive mit sagen wir Lichtstärke 1:2 und Sweetspot 2 solchen mit "Rennomierblende" 1:1,4 und Sweetspot 8 oder 11 vorzuziehen, weil sie einen größeren nutzbaren Bereich der maximalen Leistung bieten. Oder einfacher: ich hab nix von Lichtstärke 1:1,4 wenn die Bilder erst bei Blende 5,6 scharf werden, da ist eine Optik mit "nur" 1:2 wo ich die Blende 2 auch nutzen kann besser.
      Um das Ganze noch zu verkomplizieren: Bei manchen Optiken sinkt die Qualität beim Abblenden über den Sweetspot hinaus wieder, ein Beispiel an dass ich mich erinnere war ein Tokina Zoom das ab Blende 11 unscharf wurde.

      Ich würde das aber nicht überbewerten, da die Größe der Zerstreuungskreise ohnehin erst ab einem gewissen Bildformat eine Rolle spielt. Wenn ich am Abzug sehe, dass das Objektiv bei einer bestimmten Blende schlechter wird, spielt es eine Rolle, bei 10/15ern wird es in der Regel wurscht sein.
    • Original von Michael_M
      Woher erfährt mann denn den Sweetspot eines Objektives?

      Bei den Canon-Objektiven habe ich es in keinem Prospekt gefunden!

      Michael


      Am Besten ist es, den "Sweetspot" anhand von Belichtungsreihen herauszufinden.

      Dazu nimmt man ein passendes Motiv und fotografiert es von Stativ mit allen Blendengrößen durch.

      Für Canon-Objektive gibts auf [Links sind nur für Registrierte Benutzer sichtbar] solche Tests mit Bildern von unterschiedlichen Objektiven.

      Gruß, Alf
    • Es ist klar dass kaum ein Hersteller genaue Angaben dazu machen wird, es wäre zu peinlich.

      Ein Anhaltspunkt sind die BAS Tabellen aus fotomagazin, komplett meist im jährlichen Einkaufsführer veröffentlicht. Hier wird meist die Blende vermerkt ab der eine Optik optimale Leistung bringt.

      Laßt euch aber von diesen Tests nicht verrückt machen, die sagen nur sehr bedingt etwas über die tatsächliche optische Leistung aus. Man mißt dort mit dem Objektiv in Retrostellung Testtafeln aus. Auf diese Weise kann ich zwar feststellen ob das Objektiv in einer Ebene grundlegende Schärfe liefert, die Welt ist aber drei- und nicht zweidimensional. Mit anderen Worten, wer sich auf BAS, MTF und Testtafel verlässt, bekommt sehr leicht ein falsches Bild, denn so clever sind die meisten Optikrechner dass sie ihr Objektiv genau auf diese Tests optimieren.

      Jede Optikrechnung hat optische Restfehler (ausgenommen vielleicht das 1:2 50 Summicron und das 1:2 180 Apo-Summicron, dort kann man sie aber auch nur nicht mehr messen), ja meist werden sie sogar bewußt einkalkuliert um einen anderen Bereich zu optimieren (bei vielen Fernostherstellern sind vor allem die Herstellungskosten).

      Viel nachvollziehbarer ist es in der Dämmerung eine beleuchtete Strassenszene zu fotografieren. Hier wird ein gutes Objektiv bei offener Blende knackigen Kontrast liefern und die Lichtquellen im Bild wenig bis gar keine Überstrahlungen zeigen. Das weniger gute wird ein flaues Bild mit deutlichen Lichtsäumen zeigen.
    • Hi Kitmm3,

      danke für das feedback. Ich hab das einfach mal ausprobiert und muss sagen, dass der Unterschied zwischen den Ergebnissen deutlich sichtbar geworden ist. Mein 70-300G lieferte deutlich schärfere und detailreichere Ergebnisse als bislang.

      Auch wenn man - wie Du richtig anmerkst - diesen "sweetspot" nicht überbewerten soll ist es sicher nicht verkehrt darüber bescheid zu wissen und ggf. gezielt einsetzen zu können.

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