Müssen Fotos immer knackscharf sein

  • Bild-Diskussion
  • Müssen Fotos immer knackscharf sein

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    Kommt es auf das Motiv an?

    Wann kann man mit Unschärfe arbeiten?

    Gibt es gestalterische etc. Kriterien?

    Nur vernünftige Antworten.

    Wenn geht mit einem Verweis auf einselbstgemachtes (absichtlich ,-) ) unscharfes Foto in der Galerie.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von WoF ()

    Beitrag von morgenrot ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Klar, es ist natürlich eine "akademische" Frage.

    Es haben sich schon andere damit beschäftigt:
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    Und man könnte die Frage auch umdrehen. Gibt es Fotos bei denen man sich wünschen würde dass diese "unscharf" wären?

    Wenn man in der Fotogalerie hier durchblättert ....

    Da kann man schnell zu dem Schluss kommen das Unschärfe sehr viel Sinn machen kann.
  • @[Links sind nur für Registrierte Benutzer sichtbar]: Ist es nicht auch fad einfach den Autofokus werken zu lassen?
    Und ist nicht diese "bürgerliche" Schärfe einfach nur darin begründet dass viele beim Bewerten halt nur diesen einen Punkt sehen können? Denn "Unschärfe" kann jeden bewerten der halt auch nur (einigermaßen) scharfe Urlaubsbilder zusammenbringt (zumeist mit Hilfe des Autofocus ...).
  • Müssen Fotos immer knackscharf sein? Also aus meiner Sicht lautet so die korrekte Antwort natürlich "Nein, nicht immer", wobei es natürlich auf das Bild bzw. den Kontext ankommt.
    Bei Auftragsarbeiten wie z.B. Hochzeiten unscharfe Fotos von der Ringübergabe abzugeben und das als beabsichtigt zu argumentieren wäre sicher spannend, aber ich persönlich bin da weit weniger mutig ;).
    Bei raren, persönlichen Erinnerungen wie z.B. uralte Kindheitsfotos können auch unscharfe Fotos von persönlichen Wert sein, aber eher nicht wegen, sondern trotz der Unschärfe.
    Im künstlerischen Kontext kann aber - ähnlich wie beim weglassen der Farbe bei SW-Bildern - das weglassen der Schärfe die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Farben richten, die Formensprache oder auch auf die Bewegung und Dynamik im Bild. Und zwar ohne dass die vielen Details eines scharfen Bildes von der Bildaussage ablenken.
    Bei dem Bild der sitzenden Dame stellt sich halt die Frage, was der Fotograf damit aussagen oder bezwecken wollte, indem er einfach den Fokus vor das Motiv legt. Mir erschließt sich das nicht, was aber auch an meiner künstlerischen Inkompetenz liegen könnte - aber ich fände die Argumentation durchaus interessant ;)
  • Das Auge versucht dort scharf zu stellen wo wir hinblicken. Wenn das nicht gelingt empfindet man das als Sehschwäche die korrigiert werden muss, es ist einfach unangenehm. Für mich ist ein Bild das ohne ersichtlichen Grund (Nebel etc) einfach unscharf ist unangenehm. Es ist nicht alles ein Stilmittel das von der Norm abweicht. Manchmal ist es einfach nur falsch oder schlecht. Hier meinte ich natürlich gegenständliche Motive. Bei Abstraktem bei dem z.B. Farbe die entscheidende Bildaussage ist spielt Schärfe wahrscheinlich eine untergeordnete Rolle.
  • @kubman:

    Hallo!

    Klar, es geht eher NUR um das was man als „künstlerischen Kontext“ bezeichnen würde. Hochzeitsfotos, Familienfotos, Beweisfotos etc. sind ganz was anderes.

    Und, das Foto ist ja auch kein „Weltfoto“. Aber bei dem was sonst so hier noch eingestellt wird kann das keine Voraussetzung sein dafür etwas einzustellen oder nicht ( ,-) ).

    Persönlich scheue ich es hier Bilder einzustellen von Menschen (besonders Frauen) auf welche man irgendwie dann „Zugriff“ haben könnte. Da sind mir zu viele „Profifotografen“ hier (Ausdruck ist ironisch gemeint, ich meine nicht jene die hier wirklich Super super super fotos einstellen!).

    Wenn man es jetzt objektivieren will: Was hätte eine komplette Schärfe dem Betrachter mehr an Information geliefert? Das Mädl ist hübsch (ich denke das kann man sagen), und wer sich mehr vorstellen will kann und soll seine Phantasie benutzen.

    Unschärfe gibt halt mehr Raum dafür. Und KEINER muss da mitmachen.

    Interessant ist nur, (fast) nur Fotos von Nackigen haben mehr zugriffen. Dafür dass es sich um ein unscharfes Bild (eines scharfen Mädels) handelt, bei der man nicht mal das Gesicht sieht, ganz zu schweigen von dem was sonst alles da hergezeigt wird, irgendwie nicht schlecht …

    Oder.

    Letztlich, es ist es aber nicht toternst zu sehen.

    LG
  • [Links sind nur für Registrierte Benutzer sichtbar] Natur: Klar. Ein Trick ist dass man dem Auge (und dem Gehirn) etwas vorsetzt dass es nicht auf den ersten Blick einordnen kann. So zwingt man zum längeren Hinschaun. War aber nicht meine Intention das zu tun.
    Meine Intention war eher die wann Unschärfe Sinn macht bzw. akzeptiert ist. Z.B.: bei Naturaufnahmen ist es oft schwer den Flügelschlag „scharf“ abzubilden. Kann man da dann tolerieren dass es nicht eingefroren ist. Oder soll man dann darauf verzichten schwierigere Bewegungsaufnahmen von Tieren zu zeigen weil viele, die nie sowas gemacht haben, dann die Unschärfe kritisieren.
    Gut, aber vielleicht werde ich dann nochmals ein fotografisch scharfes Frauenbild einstellen. Wenn da aber nicht zumindest sekundäre Geschlechtsmerkmale „scharf“ zu sehen sind wird es wohl dann auch keine positiven Bewerbungen geben ,-) ,-)
  • Die Diskussion nimmt endlich Fahrt auf -:).
    Ich denke dass das zur Diskussion gestellte Bild eines der beiden Maxima darstellt, "alles knackscharf" bzw. "nix scharf". Meiner Ansicht nach gibt es sogar für diese beiden Extrempositionen eine Daseinsberechtigung. Ein Repro von z.b. einem Dokument braucht keine künstlerisch erklärte Unschärfe und wenn ich Staub auf dem Sensor meiner Kamera detektieren will dann wird maximal unscharf sehr sinnvoll sein.
    Dann wurde zuletzt endlich die Unterscheidung zwischen Bewegungsunschärfe und "out of focus" eingeworfen. Um beim Vogel zu bleiben: wenn ein fliegender Vogel mit knackscharfem Auge und einem durch Bewegungsunschärfe verschwommenen Flügel abgebildet wird, so zeigt das, dass sich der Fotograf echt was dabei gedacht hat. Bildet jemand ein Motorrad auf einer Rennstrecke, inklusive der Hintergrundtribühne mit allen Zuschauern, knackscharf ab dann würde ich das nicht so direkt behaupten. Wenn auf einem Bild mit einer sitzenden Person drauf, sonst keinerlei dynamik, nix scharf ist, dann ist's meiner Ansicht nach entweder "misslungen", oder ein Aufhänger zu einer Diskussion "müssen Fotos immer knackscharf sein" (:-)

    H
  • Jetzt mal meine Meinung. Ich finde, dass bei dem Beispielbild etwas fehlt. Dh nein, die junge Dame muss nicht scharf abgebildet werden, aber es sollte einen Punkt in dem Bild geben, bei dem das Auge zur Ruhe kommt.
    Das kann ein ganz kleines Bildelement sein, wie eine Flamme einer Kerze oder auch etwas großes, wie ein Berg oder Haus in einer Landschaft. Hier wird es dann zwar sehr schwierig denn das Subjekt soll ja weiterhin die junge Dame sein und ein zu markantes Bildelement wird leicht dazu führen von der Person abzulenken aber Fotografie ist eben auch eine schwierige Kunstform.

    Und Fritz Meisnitzer hat in einem seiner Bücher (zur Zeiten von Analog-Fotografie ) geschrieben, dass ein unscharfes Model einen verträumten Effekt hervorruft.

    Also ich sehe in dem Beispielbild nicht, dass der Fokus falsch gesetzt ist, sondern eher, dass die Bildkomposition noch nicht passt.

    Aber ich bin selbst noch blutiger Anfänger, der halt ein paar Bücher gelesen hat und Youtube Videos angesehen hat.

    Just my 2 cents

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